Pinsel auf frisch geölter Holzfläche Bildquelle: iStock / PhanuwatNandee

Holz ölen: Der richtige Frischekick für Gartenmöbel & Terrasse

Der Frühling ist da … es wird wärmer - die beste Zeit, um den Balkon oder den Garten in Ordnung zu bringen. Gartenmöbel, Terrasse oder Holzfliesen müssen gereinigt und gepflegt werden. Die Pflege von Holz ist etwas arbeitsintensiver als die von Kunststoffen und Pflastersteinen.

Gartenmöbel-Pflege: Weg mit dem Grauschleier!

Holzstühle vorher und nachher Die Arbeit lohnt sich! Sie werden einen deutlichen Vorher-Nachher-Effekt sehen. (Bildquelle: amazon.de)

Balkon- & Gartenmöbel aus Hartholz (z. B. Akazie, Robinie, Teak, Eukalyptus) vergrauen mit der Zeit. Das ist ein natürlicher Verwitterungsprozess, der eine graue Patina erzeugt. Viele wollen den Look.

Wenn Sie den warmen, honigfarbenen bis braunroten Farbton (Neuzustand) erhalten möchten, müssen Sie Ihre Gartenmöbel wenigstens einmal, besser zweimal jährlich - im Frühjahr und Herbst - einölen.

Farbig lackieren oder lasieren ist ebenso möglich, wird aber eher bei Gegenständen aus Weichholz (z. B. Kiefer, Douglasie, Lärche) gemacht. Hartholz ist im Gegensatz zu Weichholz von Natur aus resistent gegen Schädlinge sowie Fäulnis und benötigt daher keine schützende Lackschicht.

Die besten Holzöle

Hinweis: Nur pigmentierte Öle, Lacke und Lasuren verfügen über einen guten UV-Schutz. Farblose Varianten hingegen sind UV-durchlässig. Daher gibt es Holzpflegeprodukte nicht nur farblos, sondern auch in vielen Farbtönen.

Je pigmentierter, desto höher der UV-Schutz. Warum ist UV-Schutz wichtig? Weil durch die UV-Strahlung Holz schneller altert, vergraut und spröde wird.

In 3 Schritten Holzmöbel auffrischen

1. Schritt: Reinigen mit Bürste und Seife

Befreien Sie die Möbel von grobem Schmutz mit einem Handfeger oder Werkstattsauger. Ziehen Sie gegebenenfalls lockere Schrauben nach. Danach kommen Wurzelbürste, Naturseife und lauwarmes Wasser zum Einsatz. Am besten lösen Sie kleingeraspelte Seife vorher in Wasser auf. Schrubben Sie die Holzoberfläche mit der Seifenlauge gründlich ab. Mit klarem Wasser nachspülen.

Entgrauer sind eine chemische Alternative zu den Hausmitteln. Sie helfen meist schneller, die Vergrauung zu entfernen. Allerdings sind Hausmittel umweltfreundlicher.

Sie können auch zu Pflegesets greifen. Verschiedene Hersteller wie Clou und PNZ haben alles Nötige wie Pflegeöl und Holzreiniger zusammengepackt; auch Schleifpads, Pinsel und Bürste sind meist darin enthalten. Damit können Sie sofort starten.

  Unser Fazit Stärken Schwächen Bewertung Angebote
Teakholz-Pflegeset

Sehr gut

1,5

Prak­ti­sche Pfle­ge­box für Holz­gar­ten­mö­bel

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    noch keine bekannt

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Pflegebox für Gartenmöbel

Gut

2,0

Kom­plett­set auch für exo­ti­sches Holz

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1 Test

2. Schritt: Schleifen für eine glatte Oberfläche

Die Möbel müssen gut durchtrocknen (am besten 1-2 Tage, abhängig vom Wetter). Durch das Wässern kann das Holz rau werden. Schleifen Sie gegebenenfalls die Oberflächen per Hand mit Schleifpad, Schleifpapier oder mit einer Schleifmaschine (100er Körnung oder feiner) in Faserrichtung ab. Auch Vergrauung können Sie mittels Schleifen entfernen. Prüfen Sie mit den Fingern, ob Ihnen die Oberfläche glatt genug ist. Entfernen Sie den Staub gründlich.

Tragen Sie beim Schleifen eine FFP2-Maske, die schützt vor gefährlichen Schleifstäuben. Denn in alten Holzimprägnierungen kann Kobalt enthalten gewesen sein, der in Form von Schleifstaub als krebserzeugend gilt.

3. Schritt: Einölen für Schutz & Farbfrische

Tragen Sie das Holzöl – auch Gartenmöbelöl genannt – mit einem Pinsel oder Baumwolltuch gleichmäßig dünn in Faserrichtung auf. Nach 15-20 Minuten sollten Sie überschüssiges Öl mit einem sauberen, fusselfreien Baumwolltuch (z. B. altes T-Shirt) abnehmen.

Haben Sie zu viel Öl verwendet und es nicht abgewischt, dann bildet sich eine klebrige Schicht, die Sie nur mühselig entfernen können.

Durch das Ölen werden die Holzfarbe und die Maserung wieder angefeuert und erstrahlen in neuem Glanz. Das Holz ist nun wasser- und schmutzabweisend.

Verwendete Pinsel können Sie je nach Basis mit warmem Wasser und Spülmittel oder Terpetin reinigen. Ölgetränkte Lappen sollten Sie nach Abschluss der Arbeiten vollständig in Wasser tauchen und dann an der frischen Luft auf einem feuerfesten Untergrund trocknen lassen bevor Sie sie in den Hausmüll geben.

 

Getränkte Lappen können sich selbst entzünden. Erst nach dem Durchtrocknen können Sie entsorgt werden. Weitere Tipps & Hintergründe zur Selbstentzündung finden Sie bei der Beratungsstelle für Brandverhütung (BFB).

Inhaltsstoffe in Holzölen

Leider sind nicht alle Holzöle gesundheitlich unbedenklich. Generell bestehen Holzöle aus Bindemitteln (natürliche oder modifizierte Öle), Zusatzstoffen wie Trockenstoffen, aber teils auch aus Lösemitteln, Pigmenten und Wachsen, je nach Rezeptur und Eigenschaften.

Manche Zusatzstoffe und Lösemittel können gesundheitsschädlich sein. So sorgt Kobalt zwar für eine schnellere Trocknung, da das Öl schneller aushärtet, es gilt aber als Allergieauslöser. Als Schleifstaub kann es auch Krebs auslösen. In Lösemitteln wie Testbenzin enthaltene aromatische Kohlenwasserstoffe können zudem das Nervensystem und innere Organe schädigen oder gelten als krebsverdächtig.

Daher ist es wichtig auf die Zutatenliste zusehen. Aber auch der Blick darauf hilft nicht immer weiter. Deswegen lässt das Fachmagazin ÖKO-TEST die Produkte in Laboren auf verdächtige Inhaltsstoffe prüfen und ob vorgebene EU-Grenzwerte eingehalten werden. Die Tests sind daher eine gute Orientierung, welche Produkte wenige bzw. keine schädlichen Inhaltsstoffe beinhalten.

Liste gesundheitsschädlicher Substanzen:

  • Kobalt (Trockenstoff)
  • Butanonoxim und Pentanonoxim (Hautverhinderungsmittel)
  • Naphthalin (flüchtige organische Verbindung, die meist aus Lösemitteln stammt)

Empfehlenswerte, schadstoffarme Produkte:

Teak-Öl

Sehr gut

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Hellweg / Vincent Teak-Öl

1 Test

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Teak-Öl

Sehr gut

1,0

Toom Baumarkt Teak-Öl

1 Test

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Hartwachs Öl (eco)

Gut

1,6

Remmers Hartwachs Öl (eco)

2 Tests

214 Meinungen

Legen Sie Wert auf schadstoffarme Holzpflegeprodukte, achten Sie beim Kauf auf Siegel wie eco-INSTITUT und Blauer Engel. Wandfarben, Holzlasuren und Lacke mit Blauem Engel finden Sie auch auf unserer Webseite als „nachhaltig“ gekennzeichnet.

Welchen Siegeln wir vertrauen, können Sie in unserer Zusammenstellung der Nachhaltigkeitssiegel nachlesen.

Terrassen & Holzfliesen reinigen & pflegen

Terrassenreiniger Mit einer elektrischen Putzhilfe geht das Schrubben der Terrasse einfacher. Hier der Kärcher PCL 4. (Bildquelle: kaercher.com)

Bei Holzterrassen und -fliesen gilt das gleiche Prozedere wie bei den Gartenmöbeln. Sie werden grob abgebürstet und mit Seifenlauge sauber geschrubbt. Alternativ gibt es auch flüssige Terrassenreiniger - das Schrubben bleibt Ihnen je nach Verschmutzungsgrad jedoch nicht erspart.

Für festsitzende Verschmutzungen können Sie elektrische oder akkubetriebene Terrassenbürsten als Putzhilfe heranziehen. Nach dem Durchtrocknen wird die Terrasse mit einfachem Holzöl, meist Terrassenöl genannt, eingestrichen. Überschuss mit einem Lappen aufnehmen.

Rezept für umweltfreundliches Reinigungsmittel

Es muss nicht immer das gekaufte Reinigungsmittel sein. Es geht auch mit einfachen Hilfsmitteln, die wenig kosten und fast jeder zu Hause hat. Waschsoda können Sie anstelle von Natur- und Kernseife auch für die Holzmöbel verwenden.

Sie benötigen 3 Zutaten:

  • 100 - 150 g Waschsoda
  • 5 l Wasser
  • 2 - 3 EL Speisestärk

Das Ganze wird kurz aufgekocht. Damit bekommen Sie Moos und Algen ganz sicher von Tontöpfen und Terrasse. Wie Sie die Mischung herstellen, können Sie vom NDR-Gärtner erfahren.

Gibt es für Holzfliesen spezielle Pflegeöle?

Nein! Die Pflegeöle heißen zwar „Akazien“-, „Teak“- oder „Kiefern“-Öl, aber das bezeichnet in aller Regel nur die Farbe, da es die Öle neben farblos auch pigmentiert gibt. Meist steht auf dem Produkt, ob es für alle oder bestimmte Hölzer geeignet ist.

 

Holzfliesen aus z. B. Akazie können Sie mit Terrassen- und Möbelöl für Hartholz pflegen. Bei den Ölen gibt es die Unterscheidung zwischen wasserbasierten und lösemittelhaltigen Produkten.

 

Die lösemittelhaltigen Holzöle ziehen tiefer in das Holz ein, sind dünnflüssiger und etwas leichter aufzutragen, allerdings können manche Lösemittel gesundheitsschädlich sein. Wenn Sie mehr zu Holzölen wissen möchten, dann lesen Sie auch unseren Ratgeber.

Steinterrassen und Gehwege können Sie ebenfalls mechanisch mit Seifenlauge reinigen. Hochdruckreiniger mit Flächenreiniger-Aufsatz erleichtern Ihnen die Arbeit und schützen Sie vor hochspritzendem Schmutzwasser und kleinen Steinchen.

Aber nicht jeder Steinbelag ist für eine Hochdruckreinigung geeignet. Erkundigen Sie sich vorher, ob Ihr Belag die Behandlung verträgt, oder probieren Sie es an einer kleinen Stelle aus. Für hartnäckigen Bewuchs gibt es spezielle Algen- und Moosentferner. Wenn Sie der Umwelt etwas Gutes tun wollen, verzichten Sie aber auf Chemie.

Holz sollten Sie nicht mit einem Hochdruckreiniger behandeln, da die Holzfasern durch den Druck beschädigt werden. Das gilt vor allem für Weichholz. Hartholz ist stabiler, da können Sie das Kärchern mit niedriger Druckstufe ausprobieren. Wenn Sie Ihr Holz lieben, schrubben Sie es ohne Hochdruck. Ohne Fleiß kein Preis!

Die besten Terrassenreiniger

Was ist bei Zäunen & Gartenhäuschen zu beachten?

Gartenlaube Gartenlauben sollten Sie mit Holzlasuren oder -lacken vor Verwitterung schützen.

Zäune, Gartenhäuser oder auch selbst gebaute Hochbeete bestehen in der Regel aus Weichholz wie z. B. Kiefer. Da Kiefer keinen natürlichen Schutz vor Schädlingen oder Umwelteinflüssen aufweist, müssen Rohholz-Konstruktionen im Außenbereich durch entsprechende Anstriche geschützt werden. Dazu gehören eine Grundierung - bei Kiefer mit Bläueschutz - sowie Holz-Lasuren oder Buntlacke. So erhält das Holz eine feste Oberflächenversiegelung, damit weder Feuchtigkeit noch UV-Licht Schaden anrichten.

Ob es Zeit ist, die Holzoberflächen zu überarbeiten, erkennen Sie an aufgerissenen und blätternden Lackschichten oder an morschen Stellen. Kaputtes Holz sollten Sie allerdings austauschen, da hilft auch kein schützender Neuanstrich mehr.

1. Schritt: Reinigung der Oberflächen

Entfernen Sie grobe Verschmutzungen sowie alte, lose Anstriche. Das geht im ersten Schritt grob mit Abbürsten. Festsitzende Altanstriche können bleiben, dann reicht einfaches Anschleifen der gesamten Fläche.

Für ein schöneres Ergebnis empfiehlt sich aber das komplette Abschleifen der alten Schichten. So kann sich später nichts durchzeichnen - und Sie haben ein gleichmäßiges Farbergebnis. Wenn Sie lasieren wollen, muss der alte Anstrich ebenfalls bis aufs Holz runter.

Holz-Lasuren versiegeln das Holz, lassen aber die Holzmaserung durchscheinen. Eine Lasur ergibt auf einem alten, deckenden Lackanstrich demnach keinen Sinn. Es sei denn, Sie konnten das Holz komplett vom Altanstrich befreien.


Lacke bilden im Gegensatz zu Lasuren einen festeren und vor allem deckenden Oberflächenschutz. Das Holz ist nicht mehr sichtbar. Dafür haben Sie eine große Auswahl an Farbtönen.

Die besten Holz-Lasuren

2. Schritt: An- bzw. Abschleifen

Für einen gründlichen Schliff sorgenExzenter- oder Schwingschleifer. Diese haben eine hohe Abtragsleistung und eignen sich gut für große Flächen. Wenn Sie kleinere Flächen mit vielen Ecken schleifen wollen, können Sie auch einen Multischleifer nutzen oder per Hand arbeiten.

Beim Schleifen sollten Sie im Freien odermit einer guten Staubabsaugungund Atemschutz arbeiten. Die feinen Schleifstäube können, je nach Holzart, gesundheitsschädlich sein, zumal darin auch alte Lackreste enthalten sind. Beim Schleifen sollten Sie mit einer groben Körnung beginnen und sich dann schrittweise zu einer feineren Körnung vorarbeiten. Allgemeines zur richtigen Schleiftechnik finden Sie hier.

3. Schritt: Lackieren oder Lasieren

Vor dem Anstrich müssen Sie die Oberflächen vom Staub befreien. Dann tragen Sie Lack oder Lasur in Maserrichtung mit einem geeigneten Pinsel auf. Wenn möglich, sollten Sie in einem System bleiben. Das heißt: lösemittelbasierter Neuanstrich auf altem Lack mit Lösemittel, wasserbasierter Neuanstrich auf altem Wasserlack. Ansonsten könnte das Endergebnis darunter leiden, weil sich die Lackarten untereinander nicht vertragen.

Verwenden Sie wasserlösliche Lacke und Lasuren. Sie sind umweltfreundlicher und der Pinsel lässt sich mit Wasser auswaschen.

2-in-1-Lacke sind Grundierung und Lack in einem und Sie sparen sich einen Arbeitsschritt. Durch eine Grundierung verhindern Sie, dass sich Gerbstoffe des Holzes durch den Lack drücken und unschöne Flecken hinterlassen. Zudem sieht der Deckanstrich ebenmäßiger aus und hält besser.

Die besten Lacke

Aktuelle Tests:

Heimwerker Praxis (4/2024): "Schutz und Pflege für Holz-Terrassen und Gartenmöbel" (7 Holzöle)

ÖKO-TEST (4/2023): „Der Frühling kann kommen“ (19 Holz-Lasuren)

ÖKO-TEST (4/2018):Glanz und Elend“ (18 Holzöle)

von Claudia Gottschalk

Fachredakteurin im Ressort Home & Life – bei Testberichte.de seit 2006.

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